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Lola meets Berlinale

Das zuletzt traurigerweise etwas sieche Lola-Festival (die ehemalige Road-Show der für den Deutschen Filmpreis nominierten Filme) hat eine neue, respektable Heimat gefunden, die Berlinale.

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Guten Zeiten schenkt man ein Küsschen

Für die einen ist es legalisierte Schleichwerbung, für die anderen die längste Werbeankündigung der Welt: Nicht dezent sondern ganz plakativ kommt eine neue „Sonderwerbeform“ daher, die RTL über seinen Vermarkter IP anbietet – Plakatwerbung in „Gute Zeiten schlechte Zeiten“. Aus dem herangezoomten Plakat am Serienkiosk „Spätkauf“ heraus startet dann der Werbespot für das Produkt. Erster Kunde ist Ferrero – was für eine Kinder-Überraschung.

Zum aktuellen, „schwierigen Stand“ des mittlerweile grundsätzlich erlaubten „Product Placements“ ist ein

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Ein bisschen vom Hai anknabbern lassen? Wenn die Rolle es erfordert…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schauspieler lassen sich wahrlich zu oft zu viel gefallen, wenn sie nur die Rolle bekommen. Wer ist noch schlimmer? Schauspielkinder-Eltern… Natürlich wird RTL/stern TV schon die krassesten Fälle rausgesucht haben, aber was diese gezeigten Wahsinnigen unter den fremdkarrieregeilen Eltern akzeptiert hätten… Wer es nicht gesehen hat, sollte die Zusammenfassung hier (Link) zumindest selbst lesen.

Stern TV hatte zu vermeintlichen Kinder- und Jugendlichen-Castings für eine angebliche „Sindbad“-Neuverfilmung in Zeitungs-Kleinanzeigen aufgerufen (wie die üblichen Hotel-Casting-Abzocker). Zahn ziehen für die Rolle? Zum 100-Meter-Bungee-Jump runterschubsen? Von Haien attackeren lassen? Im Irak mit echten Waffen käpfen? Für die vorgeführten Eltern alles kein Problem. Was ist dagegen schon ein echter Hai?

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Kommentar: Skandal? Der neue deutsche Fernsehpreis

Ein Geschrei geht um in der Branche: Skandal, man hat uns unseren Einzelpreis weggenommen. Die Reform des Deutschen Fernsehpreises gefällt gelinde gesagt nicht jedem. Kurz gefasst: Es entfallen alle Personenkategorien, bis auf den/die beste Schauspieler/Schauspielerin und berufsübergreifend „beste Einzelleistung“, ausgezeichnet werden (am 9. Oktober) nur noch die TV-Produkte in diversen Kategorien.

„ „Kreative, gar geistesschöpferische Leistungen“, so BVR-Geschäftsführer Dr. Jürgen Kasten, „haben in dieser Vorstellung von Fernsehen weder Wert noch Stellenwert“. Die 2009 als überzogen abgetane Kritik von Marcel Reich-Ranicki am Zustand des deutschen Fernsehens wird mit dieser Neuausrichtung des Preisstatuts eindrucksvoll bestätigt.“ heißt es in einer Stellungnahme des Regieverbandes (Link). Die Redaktion der wunderbaren Initiative „Indie Stars“ nennt die Neuordnung „beispiellose Kreativen-Verhöhnung“, Blickpunkt-Film übertitel den Kommentar des Chefredakteurs Ulrich Höcherl mit „Talent ist nicht gefragt beim Fernsehen“. Der BFFS macht sich nachträglich (offener Brief vom 18.08. in nden News) gar zum Fürsprecher auch der Verbände, deren Personenkategorien zugunsten der Werkkategorien abgeschafft wurden und prohezeit dem Fernsehpreis einen Bedeutungsverlust und deutet gar einen Boykott der Branchen an („ Warum schließlich sollten Drehbuchautoren, Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Ausstatter, Tonmeister, Tongestalter und Filmeditoren zu der Verleihung eines Preises kommen, der ihre Leistungen übergeht?“), ja inklusive „Schauspieler“, obwohl dies die einzige direkte Personenkategorie ist, die nicht komplett abgeschafft wurde.

Kommentare, die für sich genommen verständlich sind, aber sind sie auch berechtigt? Ich habe mir die Freiheit genommen, mal gemäß hanseatischer Kaufmannsregel erst eine Nacht drüber zu schlafen, bevor ich in die Skandal-Rufe mit einstimme. Und siehe da, mit ein wenig drüber nachdenken komme ich zu einem gänzlich anderen Ergebnis als die schnellen Vorkommentatoren. Seien wir doch einmal ehrlich, welche Kategorien haben denn in den Preisverleihungen tatsächlich den Weg zum Publikum geschafft? Hat es „draußen vor den Geräten“ jemals jemanden interesseiert, wer für Kamera, Schnitt oder Drehbuch verantwortlich war? Der Regisseur als offizieller Kreativer ist das Äußerste wofür sich das Publikum zu interessieren vermag, es identifiziert sich über die Geschichte und über die Gesichter mit einer Produktion, nicht über Personaldetails im Entstehungsprozess. Ja, wenn wir schon bei der Ehrlichkeit sind, ist es denn wirklich der Regisseur alleine, der bei einer TV-Produktion das Ergebnis maßgeblich beeinflusst? Ist es nicht der gesamte Produktionsprozess, der letzlich in Teamarbeit zu einer Produktion führt, die der Zuschauer hoffentlich goutiert? Ist es in einer typischen TV-Produktion nicht oftmals so, dass so standardisiert und arbeitsteilig gearbeitet wird, dass der Regisseur, der Kameramann, der Cutter auch innerhalb einer Staffel wechseln können, ohne dass es der Zuschauer am Endergebnis erkennnt? Ist es nicht mehr die Leistung der Produzenten und der viel geschmähten Redakteure, ein Format so vorzubereiten und zu entwickeln, dass der Regissseur und das Team es zur bestmöglichen Qualität führen können? Kann man die Leistung eines Eventmovie-Regisseurs/Cutters/Kameramanns mit der eines Telenovela-Marathon-Arbeiters überhaupt vergleichen? Geschweige denn mit der Arbeit bei Shows oder Sportprogrammen? Die halbe Branche jammert, dass man eh nicht die künstlerische Freiheit habe, einen Film zu prägen, weil die Redaktion oder die Produktion reinreden bis in die Besetzung. Wie und warum dann also soll eine Jury die abhängige Arbeit unabhängig ehren?

Es gibt in dieser Frage einen ganz maßgeblichen Unterschied zum Deutschen Filmpreis, bei dem vor allem originäre Einzelproduktionen im Fokus stehen. Zu beurteilen sind dort die Regieleistungen, die Schnittleistungen und so weiter innerhalb einer vergleichbaren Konkurrenz von singulären durchweg fiktionalen Spielfilmen (bis auf die Dokumentarfilmkategorie). Dort, wo die Einzelleistungen viel klarer zu definieren und vergleichen sind, erhalten ausgerechnet die Produzenten 90 Prozent der hohen Preisgelder. Beim Filmpreis wäre eher darüber nachzudenken, wie man die Nominierten in den Einzelkategorien in ihrer künstlerischen Unabhängigkeit auch durch eine Umverteilung der Preisgelder in ihrer kreativen Arbeit unterstützen könnte.

Beim Deutschen Fernsehpreis mit seinen teils obskuren, an der manchmal traurigen Realität der Sehgewohnheiten orientierten Kategorien („beste Unterhaltungssendung Doku“) aber, da ist es nur konsequent, das Gesamtprodukt innerhalb seiner Kategorie zu bewerten. Hat eine Produktion einen Preis gewonnen, dann ist nicht der Cutter ausgeschlossen vom Ruhm, weil der Regisseur ausgezeichnet wurde, der Regisseur nicht zurückgesetzt, weil die Qualität der Bilder dem Kameramann zugesprochen wurde. Nein, es ist das gesamte Team einer Serie, eines Spielfilms oder Comedy, dass sich im Licht des Preises für die beste Produktion der Kategorie sonnen kann. Was, abgesehen von der verständlichen Eitelkeit jeder einzelnen Berufssparte, spricht also dagegen, einen Preis gemeinsam zu erarbeiten und gemeinsam anzunehmen? Sagt nicht ohnehin jeder zweite Preisempfänger in seiner Rede, dass „das alles ohne das gesamte Team nicht möglich gewesen wäre“?

Für Herausragendes gibt es berufsübergreifend die schlauen Kategorien „Beste Einzelleistung“, jeweils für Fiktion, Unterhaltung und Information sowie einen Förderpreis und den Ehrenpreis der Stifter, außerdem einen Publikumspreis.

Klar könnte man sogar so weit gehen, zu sagen, „dann müssen auch die beiden verbliebenen Schauspielerkategorien im Ensemblegedanken aufgehen“. Ja, das wäre eine Möglichkeit, auch hier auf die Kategorie „Beste Einzelleistung“ zu verweisen. Dass die Organisatoren genau dies nicht getan haben wird der Tatsache gerecht, dass hier eben sehr wohl Einzelleistungen isoliert zu erkennen sind. Wer am besten, am berührendsten spielt, das ist (trotz unterschiedlichster Produktionsbedingungen) zu sehen, für die Jury und den Zuschauer. Dass man auf die Ehrung für die besten Schauspieler nicht verzichten mag, das demonstriert die Realität: Es ist nicht nur meist von mehr Unterhaltungswert bei der Show gekrönt, einen Schauspieler ans Mikro zu lassen, als jemanden, der bewusst einen Beruf hinter der Kamera gewählt hat, es wird auch seiner Rolle innerhalb des Ensembles gerecht.

Nein, es ist nicht unsolidarisch mit den anderen künstlerischen Kategorien, wenn wir als Schauspieler stolz darauf sind, dass hier einmal in aller Deutlichkeit anerkannt wird, dass es unsere Leistung ist, die die Zuschauer wahrnehmen, unser Marktwert mit dem eine Produktion „verkauft“ wird, unsere Ausstrahlung, die das Gesicht einer Geschichte prägt, die nicht austauschbar ist. Thomas Bauer

Und wie sehen Sie das Thema? Klicken Sie doch bitte oben rechts in der aktuellen Umfrage Ihre Antwort an… Danke!

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Axel & Sibel ermitteln am Tatort Kiel

Günter Jauch weiß ein Lied davon zu singen, die Gremlins tagen lange und entscheiden langsam. Deutlich schneller als bei seiner Rückkehr ins Öffentlichrechtliche fiel nun die endgültige Entscheidung über Sibel Kekillis Etablierung im Ersten. Nicht drei Jahre, sondern gerade mal sechs Wochen nach den ersten Düften aus der Gerüchteküche (siehe Meldung in castaktiv vom 28.06.2010) ist es nun fix: Die doppelte Filmpreisträgerin landete mit ihrer einzigartigen Selbstbewerbung bei der zweiten Filmpreisverleihung („Die Fremde“) einen Treffer: Gemeinsam mit Axel Milberg („Borowski“) wird sie fortan das Kieler Tatort-Ermitterlduo geben. Maren Eggert, die 14 Folgen lang Borowskis Freundin und die Kriminalpsychologin gegeben hat, stieg aus; die Chance für Kekilli, die nicht in die Psychologenstapfen treten wird, sondern als Polizistin „Sarah Brandt“ erst einmal mit Borowski aneinander geraten und „gegen die Wand“ rennen wird. Es sei denn der NDR wagt es, einmal aus dem Standard-Bauplan für Kriminalduo-Konstruktionen auszubrechen…