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Ausbildung / Fortbildung

 

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neo hat höheren Marktanteil außerhalb der „Zielgruppe“

Interessante Zahlen hat das ZDF zum Reichweitenzuwachs des jungen Senders ZDFneo veröffentlicht:

„Durchschnittlich 6,35 Millionen Menschen nutzen täglich das ZDFneo-Programmangebot. Im aufgelaufenen Jahr erreicht der Sender einen Marktanteil von 1,8 Prozent in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen und 2,9 Prozent bei den Zuschauern ab drei Jahren. ZDFneo hat damit die höchsten Zugewinne unter allen etablierten Sendern, erreicht eine Position unter den zehn besteingeschalteten in Deutschland und trägt zur Verjüngung der ZDF-Programmfamilie bei.“

Damit ist der Marktanteil außerhalb der jungen Zielgruppe höher als innerhalb. Der Sender setzt auch weiterhin auf Eigenproduktionen:

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Deutsche Oscar-Hoffnung

Fatih Akins Drama „Aus dem Nichts“ hat es auf die Shortlist der neun besten „nichtenglischsprachigen Filme“ der Academy of Motion Picture Arts ans Sciences („best foreign language Picture“, umgangssprachlich Auslandsoscar) geschafft. Die Verleihung findet im März 2018 statt, zuvor werden aus den neun Filmen noch die endgültigen Nominierten gewählt, die am 23. Januar bekanntgegeben werden. Die Oscar-Gala findet schließlich am 4. März 2018 statt. „Aus dem Nichts“ (internationaler Titel „In the fade“) ist auch in der Auswahl für die Golden Globes, Diane Kruger war für ihre Rolle  in „Aus dem Nichts“ bereits in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden.  Für den „Auslandsoscar“ hatten sich erstmal 92 Länder mit ihrem Kandidaten beworben. In deutschen Kinos freilich ist „Aus dem Nichts“ nicht so präsent wie die Vorjahreseinreichung „Toni Erdmann“. Hier (Link) sind die Kinos, die ihn spielen.

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Funky Lerchenberg

Kann man machen… nach Sascha Hehns wirklich komischer und selbstironischer Rolle in den zwei frechen „Lerchenberg“-Staffeln ist nun das SchauspielerInnen-/Dokutainment-Leben eine Stufe näher am Abgrund Stoff für eine ZDF-Serie, die über den Jugendkanal „funk“ zu sehen ist. Sila Sahin, Schauspielerin, „Spielerfrau“ und Promi-Showteilnehmerin steht im Mittellpunkt von „Offscreen“. Die ZDF-Pressemitteilung zum sozusagen selbstsatirischen Format:

Sila Sahin in der Rolle ihres Lebens: Inspiriert von den Erfahrungen und Erlebnissen der Hauptfigur, offenbart das  satirische Format in 18 Folgen von jeweils ca. 6 Minuten die Licht- und Schattenseiten des deutschen TV- und Showgeschäfts aus der Binnensicht der Schauspielerinnen und Manager. Die Besonderheit: So gut wie alle Darsteller verkörpern sich selbst – jedoch in einer überhöhten, selbstironischen, zum Teil desillusionierten und manchmal dystopischen Variante.

So verwandelt sich das Schauspiel-Urgestein Ralf Richter innerhalb der Serie in einen opportunen Künstler-Manager, nachdem die Schauspielangebote ausblieben – und mit ihnen auch das Geld und die Frauen. Schauspieler und Synchronsprecher Charles Rettinghaus sorgt als Besitzer eines luxuriösen Fitnessstudios für seine Rente vor. Sollten Jean-Claude van Damme und Robert Downey Jr., denen er in Filmen seine Stimme leiht, in naher Zukunft das Zeitliche segnen, ist er immerhin abgesichert.

Die Handlungsstränge der einzelnen Folgen werden durch kommentierende und reflektierende Interview- Situationen ergänzt, die dem Webformat Elemente einer Mockumentary verleihen. Durch die stilistischen Mittel entblättert sich vor den Augen der Zuschauer eine Welt, die immer wieder die Frage nach Wirklichkeit und Fiktion der Figuren, der sie verkörpernden Schauspieler und deren eigener Lebensgeschichte aufwirft. Zusätzlich stand Sila Sahin der Produktion mit inhaltlicher Beratung zur Seite.

Mit dem Start der Serie am Donnerstag, 21. Dezember 2017, 16.00 Uhr, gehen drei Folgen online. Danach wird bis Donnerstag, 29. März 2018, immer um 16.00 Uhr jeweils eine neue Folge zu sehen sein.

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Vorab: Interview mit Anke Retzlaff zu „Über die Grenze“

Die neue Schiene der Donnerstagskrimis im Ersten ist mindestens so vielfältig wie die der Sonntags-Tatorte. Zunächst als Zweiteiler setzt „Über die Grenze“ am (lief am 7. und 14. Dezember 2017 im Ersten, jetzt in der Mediathek, Link hier) ein fettes Ausrufezeichen in der Reihe. In einem großartigen Cast (Besetzung: Outcast) ragt eine Schauspielerin heraus, deren Namen man künftig noch öfter hören wird, wenn es um mutige Darstellungen jenseits aller Klischees geht: Anke Retzlaff ist „schon“ 28, was man der Musikerin und Schauspielerin im reflektierten Gespräch und im Spiel anmerkt aber angesichts des jugendlichen Aussehens nicht schätzen würde. Zum Sendestart stellt ca:stmag das Interview für die Ausgabe I/II/2018 vorab online, für Abonnenten ist es nach dem Einloggen komplett zu lesen. Mini-Auszüge hier auch für (Noch-)Nicht-Abonnenten:

(…) Es ist also nicht Methode zu sagen, ich gehe da mal nicht so dran, wie es selbstverständlich ist, sondern bei dir kommen automatisch ganz andere Dinge als selbstverständlich?
Ja, für mich ist das selbstverständlich. Manchmal, weiß ich aber schon auch, was das scheinbar Naheliegendste zu spielen wäre aber dann finde das oft für mich unpassend. Aber das ist weniger ein Kreativitätsbedürfnis, als dass ich mir denke: So ist die Welt doch nicht. Da sehe ich zum Beispiel eine Szene in der jemand den „Bösewicht“ spielt, oder den „schlechten Sohn“. Ich glaube nicht daran, dass es sowas gibt.

Was genau?
Schwarz und Weiß, böse und gut. Menschen handeln aus Verletzungen heraus oder aus verschiedensten Motiven. Oder sie haben wirklich eine psychische Störung – aber dann kann ich ja die Krankheit spielen, die mich daran interessiert. Oder ich frage mich, warum ist dieser Mensch so verletzt, dass er den anderen verletzen will.

(…)

Gab es so etwas wie ein SM-Codewort, das Stop bedeutet?
Nein, das gab es nicht, ich hätte es bestimmt auch nicht gerufen und die Szene geschmissen, ein bisschen Schmerz gehört schon dazu. Auch wenn man es nur spielt – das geht nicht, ohne dass sich die Seele ein bisschen verändert. Das Schöne daran ist: Wenn ich es nur spiele, weiß meine Seele etwas mehr darüber, wie sich das anfühlen könnte, es ist ihr aber nicht passiert. Als würde man die Seele ein Stückchen zur Seite drücken und sagen: Schau, hier könnte ich dich zerreißen, hier ist der Punkt, tue ich aber nicht. Das ist natürlich eine phänomenale Erfahrung für mich, nicht nur für den zweiten Film sondern auch für die Zukunft. (…) Aber auch da habe ich mich natürlich ohne Ende vorbereitet. Mich mit Psychologen unterhalten, auch mit einer Traumatherapeutin. Das ist toll für die Arbeit, wenn mir Leute erzählen, was bei Opfern wirklich abgeht, warum es so schlimm ist. Denn, wie gesagt, Fantasie ist ja begrenzt. Ich habe viel auch über den Moment danach gelesen, wie man sich fühlen kann, wie lange jemand im Schock bleibt. Denn es gibt auch da ja viele Möglichkeiten, wie man das spielen kann. Wie äußert sich so ein Schock, ist das Hirn leer? Ist es voll Wut? Wie äußert sich das. Das alles war Vorarbeit, um dann zu sehen, was dann in dem Moment bei mir selbst abgeht.

(…)

Hast du einen Wunsch an die Branche?
Schauspieler haben oft Angst, Angebote abzulehnen. Auch bei schlechten Produktionsbedingungen traut sich oft niemand etwas zu sagen, aus Angst, nicht mehr besetzt zu werden. Aber je mehr Leute schweigen und alles mitmachen, desto schlimmer werden doch die Bedingungen. Das ist im Theater, wie im Film so. Aus der Schweiz habe ich es zumindest von Leuten hinter der Kamera gehört: Es gibt einen Preis und wenn der nicht bezahlt wird, dann sagen die den Job ab, um nicht für die anderen Kollegen den Preis zu drücken. tb