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Moovie ohne Rola – und das ZDF ohne Moovie

Wie sehen Sie den Vorgang? Bitte stimmen Sie oben rechts mit ab, was von dem „Skandal“ zu halten ist! Danke.


21. Januar, nächste Nachträge:
Auch beim NDR wird nun wegen des Verdachts auf Schleichwerbung in einer Moovie-Produktion untersucht, dieses Mal geht es um eine, ja, andere Familiengeschichte… „Der verlorene Sohn“ nach einem Buch von Fred Breinersdorfer und seiner Tochter, der Drehbuchautorin und Anwältin Léonie-Claire Breinersdorfer (Digitalfernsehen.de, Link)
Interessantes Bekenntnis aus Produzentensicht (Horizont.net):

Unter Berufung auf Insiderkreise berichtet der "Focus", dass Produzenten Produktionshilfen für ausbaufähig halten, um die Produktionskosten zu senken. Sie stünden unter enormem Druck der Sender, die Ausgaben möglichst gering zu halten. Das Problem dabei so das Nachrichtenmagazin: "Wenn sie das Sponsoring dem Auftraggeber zur Genehmigung vorlegten, kürze dieser nicht selten das Budget"

20. Januar, Nachtrag: Kaum war die aktuelle ca:st in der Druckerei und das Preview des Magazins online gestellt (für Abonnenten im Downloadcenter, Link) gab es den nächsten Akt im schlechten Drama „Schleichwerbung“: Das ZDF hat angekündigt bis zur endgültigen Klärung der Vorwürfe gegen Oliver Berbens Berliner „Moovie - the art of entertainment“ (gehört als voll konsolidierte 51-Prozent-Beteiligung zur Constantin Film AG) keine Aufträge mehr an das Unternehmen zu vergeben – das die Erfolgsformate wie „Rosa Roth“ mit dem wohl populärsten ZDF-Gesicht, Iris Berben, produziert hat. Oliver Berben ist zugleich Geschäftsführer der Constantin Film Produktion GmbH in München, einer 100-Prozent Tochter der Constantin Film AG. Hierzu beispielsweise ein Bericht von „Der Westen“ (Link).

19.Januar: Oliver Berbens „Moovie – the art of entertainment“ (ein Constantin-Unternehmen) bringt angesichts der Schleichwerbungs-Ermittlungen im ZDF ein Bauernopfer  trennt sich von „Familiengeheimnisse“-Regisseur Carlo Rola, der die Firma gemeinsam mit Oliver Berben gegründet hatte. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung am Abend des 19.Januar 2011:

Um eine "Verquickung von Produzenteninteressen mit den Interessen der Programmmacher auf Gesellschafterebene zu entflechten", so Berben, werde die Moovie Rolas Anteile übernehmen. Über eine künftige Zusammenarbeit mit Rola sei noch nicht befunden worden.

Mehr zur Vorgeschichte hier (Link)

Die gesamte Verküpfung der Constantin-Töchter

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„Es gilt das gestrichene Wort“

Randnotitz

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat ein Interview mit Götz George ganz explizit nicht veröffentlicht. Die Zeitung ist dabei den inzwischen nicht mehr so seltenen Weg gegangen, die grassierenden Autorisierungs-Unsitten in der Schauspielbranche als Grund dafür auch klar zu benennen. Wobei aus dem Text nicht hervorgeht (das ist auch manches Mal nicht klar zu unterscheiden), ob es sich um Streichaktionen durch den Schauspieler selbst  oder eine (PR-) Agentur handelt.

Auch ca:st hat mit solchen Unsitten immer wieder mal zu kämpfen. Und das, obwohl ja nun jedem klar sein dürfte, dass es im Schauspielermagazin nie darum geht, scheinheilig irgendwelche schlüpfrigen Intim-Details abzuBILDen. Manchmal lohnt es sich durchaus, sich gegen krasse Versuche zu wehren, aus einem würzigen Gespräch eine fade PR-Suppe zu machen (so manches Mal erfährt man im direkten Gespräch mit den Schauspielern auch im Nachhinein, dass die Änderungen an ihnen vorbei vorgenommen wurden) oder gar kritisch empfundene Fragen (!) zu streichen. Wenn die Forderungen der betreuenden Agentur allzu dreist werden, entscheiden wir uns allerdings ebenfalls ganz gegen ein Interview – so zuletzt im Fall Bruno Ganz, als die Film-PR-Agentur sich schriftlich bestätigen lassen wollte, dass wir nur von ihr genehmigte Fotos zum (natürlich) autorisierten Interview-Text veröffentlichen. Das hätte auch für die Filmpartnerin Senta Berger gegolten, die sich beim ca:st-Interview wenige Wochen zuvor in dieser Hinsicht professionell gänzlich undivenhaft verhalten hat.

Jedem Schauspieler sei empfohlen, sich mit den betreuenden Agenturen intensiv darüber auseinander zu setzen, was in seinem Namen geschieht. Denn der Unmut in der Presse über ärgerlichen Autorisierungs-Wahn nimmt massiv zu. Und den Image-Schaden trägt die Schauspielerin oder der Schauspieler sein Berufsleben lang. Auch wenn die betreuenden (Privat- oder Film-)PR-Agenturen längst nicht mehr für (oder gegen) ihn tätig sind.

Thomas Bauer (Chefredakteur ca:st&Co)


Der Text der Neuen Osnabrücker

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14 Actors Acting - NY Times

14 actors actiong - a video gallery of classic screen types

Die New York Times hat ein außergewöhnliches Resümee des vergangenen Kinojahres gezogen. Oder besser gesagt ziehen lassen. 14 Hollywood-Schauspieler, die das Kinojahr 2010 geprägt haben spielen klassische Filmrollen. In kurzen Videos werden kleine, typische und oft gesehene Gesten und Darstellungen zelebriert. Unterlegt mit klassischer Musik, in Schwarz-weiß gehalten sitzt Michael Douglas auf einem Sessel, wie nur Michael Douglas auf einem Sessel sitzen kann. Sein Blick, seine Hände, seine Haare - unvergleichlich.

Robert Duvall rasiert sich, prüft mit den Händen die glatte Haut und sieht sich an. Ein tiefer Blick, dann das erleichternde nicken. Groß. James Franco flirtet mit sich selbst, Matt Damon schreit, Jesse Eisenberg tötet, Tilda Swanton weint. Wir kennen es, wir sehen es, es fasziniert.

Klicken Sie sich durch die Videos und genießen Sie!

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Alle weiteren Videos gibt es auf 14 Actors Acting - Nytimes.com

 

 

 

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Blut und Hoden?

Eine neue Studie zur Nacktheit auf der Bühne vertritt eine zentrale These: Anstoß erregt nicht die Nacktheit auf der Bühne, sondern die Ästhetik, weil die auf der Bühne zu sehenden Köper nicht perfekt sind – im Gegensatz zu den (chirurgische und/oder digital) bearbeiteten nackten Leibern in der Werbung oder auch im Film. Der Spiegel hat sich des Buches „Theater der Nacktheit“ von Ulrke Traub angenommen (Link zur Rezension hier). Erstaunlich ist zum einen, dass die Behauptung, Nacktheit auf der Bühne erzeuge heute noch Türenknallen im Theater, überhaupt nicht hinterfragt wird. Erschütternd allerdings die  Leserreaktionen im Forum von Spiegel Online, die beweisen, dass die Intellekt-fördernde Wirkung von Kultur offenbar längst nicht alle erreicht, die dazu eine von eigener Erfahrung völlig unbefleckte Meinung haben…