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Gut gemeint – oder gut gemacht?

Eine wirklich interessante Diskussion gestern Abend zum Thema Umgang der Medien mit Verdachtsfällen und speziell dem Fall Wedel bei Markus Lanz. Mit einem sachlich argumentierenden Til Schweiger und einer Gisela Friedrichsen, die stets das Gute will. Selten konnte man so deutlich eine déformation professionelle erleben wie hier: Die Gerichtsreporterin des Spiegel (!) spricht doch allen Ernstes de facto den Medien die Berichterstattung über Verdachtsfälle ab, die Befassung damit sei zuerst Sache des Gerichts. Wie dann von Watergate über Panama Papers bis Weinstein und Wedel eine Wächterfunktion ausgeübt werden soll? Schweigen im Walde. Bis auf wenige seien die Anschuldigungen/Taten eh verjährt, da hätten die Frauen früher kommen müssen… jetzt muss mal gut sein mit den Verbrechen von vor 20 Jahren? Da war auch Markus Lanz nicht mehr bei der Gerichtsreporterin und Til Schweiger hat offenbar weitaus mehr von Mechanismen des Schweigens und der Macht verstanden als die so erfahrene Spiegel-Frau. Sie nennt das tolle Beispiel einer großen Schwester, die den missbrauchenden Vater angezeigt hat, um wenigstens die kleine Schwester zu schützen und verkennt, dass sie mit der Parallele zu den Opfern von (Unschuldsvermutung, sicher) Wedel&Co diese Opfer zu Tätern stilisiert, weil sie die nach ihnen folgenden Frauen mangels Anzeige nicht geschützt haben. Sie ignoriert berufsblind, wie in den 70/80/90ern mit Missbrauchsvorwürfen umgegangen wurde, welche Karriere-vernichtende Macht Täter innehatten und wie groß die Gefahr gewesen wäre, dass dem seelischen Schaden das berufliche Ende ohne Verurteilung des Aggressors gefolgt wäre.
Wo der Unterschied in der Sichtweise liegt, das brachte im Verlaufe der Sendung Peter Maffay auf den Punkt, indem er klarstellte, dass es für ihn zwar eine juristische Verjährung gebe, nicht aber eine moralische.
Sehenswert, auch wenn es länger dauert. Interessant ist insbesondere auch der ganz praktische Ansatz, wie Til Schweiger in seiner eigenen Firma umsetzt, woran die Verbände verständlicherweise länger arbeiten, eine offizielle Beschwerdestelle. Die komplette Sendung in der Mediathek hier (Link)

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DAAF sucht Geschäftsführer

Die „Deutsche Akademie für Fernsehen“ (DAAF) vereint derzeit rund 850 Fernseh- und Videoschaffende in allen Gewerken von Bildgestaltung bis VFX/Animation und wird von engagierten Fördermitgliedern, wie Agenturen und Kanzleien, unterstützt. Derzeit sucht die DAAF eine/n Geschäftsführer/in. Die Stellenanzeige lautet:


Die Akademie mischt sich engagiert in die Diskussion um die künstlerischen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen der Arbeit für das deutsche Fernsehen ein. Dies zu unterstützen und damit die Leistung der Kreativen in den Vordergrund zu stellen, gehört zu Ihren Aufgaben. Sie kümmern sich engagiert um alle Belange der Akademie, dazu gehört zum Beispiel:

Vertretung und Repräsentation der DAFF gegenüber Politik, Presse und Öffentlichkeit
Planung, Organisation und Koordination von Veranstaltungen
Besuch von Branchenevents
kontinuierliche Kontaktpflege mit den Mitgliedern

Als Vertreter der Akademie fördern Sie den Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern innerhalb der Akademie und vertreten in Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlich tätigen Vorstand die Akademie nach außen.
Sie sind der Dreh- und Angelpunkt jeglicher Kommunikation der DAFF, für die Tätigkeit erwarten wir einschlägige branchenspezifische Erfahrungen und Kenntnisse in der Film- und Fernsehbranche, sowie eine ausgeprägte Kommunikationsstärke. Darüber hinaus benötigen Sie ein sicheres Auftreten, eine aufgeschlossene Persönlichkeit und nicht zuletzt Freude und die Fähigkeit zum Networking.


Der Umfang und die Ausgestaltung des Tätigkeitsverhältnisses kann individuell vereinbart werden und sollte im persönlichen Gespräch erörtert werden. Ein Mindestengagement von 20 Std/Woche wird jedoch erwartet. Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen, gern per E-Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen unter angegebenen Email-Adresse oder unter der Telefonnummer +49 (0)221 32 077 36 zur Verfügung.

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Ausgewedelt, Nachtrag

Es war zu erwarten: Auf das Aussprechen des vollsten Vertrauens folgt der Rücktritt von Dieter Wedel als Intendant der Festspiele von Bad Hersfeld. Insbesondere in der „Zeit“ hatten Schauspielerinnen das offene Tor eingetreten und schwere Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe gegen den einsiten Erfolgs-Regisseur erhoben. Laut Medienberichten soll sich Dieder Wedel gesundheitlich angeschlagen im Krankenhaus befinden. Er selbst hatte die Vorwürfe bestritten und mit eidesstattlicher Versicherung zurückgewiesen.

NACHTRAG 24.1.2018: Die „Zeit“, die Dieter Wedel mit konkreten Aussagen über sexuelle Gewalt bis hin zu Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert hatte, legt mit Aussagen weiteer Frauen nach, auch hier zum Teil mit eidesstattlichen Versicherungen untermauert. Es wird immer unfassbarer, was da auch von Departments unterstützt bzw. gedeckt worden sein muss. Sehr lesenswert, der aktuelle Text aus der Zeit hier (Link).

Unfassbar: Tagesschau.de über die Vorgänge, von denen Produktionsfirma und Sender wussten (Link)!

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Marie Bäumer, Ursina Lardi oder Diane Kruger?

Von „Casting“ und „Fikkefuchs“ bis „Der Mann aus dem Eis“ und „Grießnockerlaffäre“ – die Vorauswahlfilme für den Deutschen Filmpreis 2018 haben schon eine gewisse Bandbreite, auch wenn mutige Entscheidungen für einen Genrefilm wie Freddy/Eddy Mangelware sind. Alle vornominierten Filme sind hier (Link) zu finden.

Aus diesen Filmen werden nun die Nominierungen in den einzelnen Kategorien bestimmt. Zusätzlich sind eininge Nachbenennungen aufgeführt, die sich nicht auf das gesamte Werk und seine Crew beziehen, sondern nur auf einzelne Gewerke, wie z.B. Schnitt, ohne dass die Personen dazu benannt werden. Im Falle von „Vorwärts immer“ handelt es sich um eine Außer-der-Reihe-Vornominierung für Jörg Schüttauf als bester Darsteller/Hauptrolle. Gleich in zwei Filmen Protagonist ist Franz Rogowski, die mutige deutsche Shooting-Star-Entscheidung („Lux“ und „Fikkefuchs“). Endlich auch in Deutschland zu Ehren kommen dürfte wohl Diane Kruger, denn auch Fatih Akins Oscar-Kandidat „Aus dem Nichts“ (Buch mit Hark Bohm) ist am Tag nach dem Golden-Globe-Gewinn auf der Liste. Sie konkurriert freilich beispielsweise mit einer Handvoll starker Frauen, die allein schon in „Casting“ für eine Nominierung infrage kommen und einer ikonischen Romy/Marie in „3 Tage in Quiberon“.
Kurioses „Detail“ am Kommentar-Rande: Während alle Welt auf Hosting umstellt und mit personalisierten Links für einen Schutz der gestreamten Werke sorgt, kein Caster mehr DVDs in der Wand stehen hat, besteht die Deutsche Filmakademie noch darauf, 2000 (!) DVDs für die Auswahl-Box der abstimmenden Mitglieder anzuliefern. Immerhin sind keine VHS-Kassetten erforderlich.…

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Intensiv-Workshop mit großem Preisvorteil für Abonnenten

NACHTRAG II: Der Kurs ist ausgebucht, es ist jetzt auch keine Anmeldung für die Warteliste mehr möglich!
Schon traditionell veranstaltet das Snowdance Independent Filmfestival (Link) in den Tagen vor dem Speedca:sting* einen Workshop für professionelle SchauspielerInnen, der nicht nur für die Vorbereitung auf die Gesprächsrunde interessant ist, sondern für die Steigerung der eigenen Präsenz und Selbstwahrnehmung. Dazu gehören unter anderem Kurse bei DAS-Coach Beate Maes, Festivalleiter und Regisseur/Produzent Tom Bohn sowie dem Berliner Casting Director Uwe Bünker. Alle Informationen sind als PDF (hier) herunterzuladen.  Für ca:stmag-Abonnenten (mit ungekündigtem und fristgerecht bezahltem Standard- oder Profiabonnement) wird ein Preisvorteil eingeräumt, der sogar über dem Preis für ein Jahresabonnement liegt: 60 Euro sparen ca:stmag-Leser. Fragen und Anmeldungen bitte direkt an Beate Maes über die im PDF angegebene Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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