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BFFS beim Deutschen Fernsehpreis eingebunden

In der Politik nennt man das „jemanden in die Kabinettsdisziplin einbinden“, sprich, Widersacher so freundlich zu umarmen, dass die Kritik verstummt, weil der Kritisierende sich dann selbst mit angreifen würde. Ob das in diesem Fall gelingt?

Hans-Werner Meyer, BFFS-Vorstand und repräsentabler Schauspieler, ist 2011 Mitglied der Jury des Deutschen Fernsehpreises – ungeachtet der Bestrebungen der „Deutschen Akademie für Fernsehen“ (unter Vorsitz des BFFS-Chefs Michael Brandner) einen eigenen Fensehpreis zu installieren, der die Personenkategorien bietet, die ab 2010 beim Deutschen Fernsehpreis abgeschafft wurden. Wie an dieser Stelle ausführlich berichtet, war es darüber ja zu massiven Protesten des BFFS und weiterer Verbände der Branche gekommen. Diese mündeten aus Protest in die Gründung der Akademie.

Die Gespräche zwischen den Stiftern des Deutschen Fernsehpreises einerseits und den Verbänden andererseits, so wird beiderseits betont, seien konstruktiv verlaufen. Dessen ungeachtet bleibt es zumindest zunächst bei der beschlossenen Änderung der Kategorienstruktur, die nur noch zwei explizite Personenkategorieen beinhaltet, die beiden Schauspielerpreise. Allerdings ist kaum damit zu rechnen, dass die Jury sich noch einmal einen soclehn Affront leistet wie 2010, als nach der schwer verdaulichen Kategorienänderung zulasten der fiktionalen Formate auch noch der Ehrenpreis an die Fußballnationalmannschaft ging. Vielmehr werde man versuchen, „im Rahmen der bestehenden Wettbewerbskategorien kreative Einzelleistungen zu erkennen und zu würdigen“. So betont der neue Jurypräsident Christoph Keese. Ja, richtig gelesen, Christoph Keese, „Konzerngeschäftsführer Public Affairs der Springer AG soll als neuer Obergärtner mit der unabhängigen Jury aus Fernsehschaffenden, Publizisten und Fachjournalisten Frieden schaffen. Keese war in jüngster Zeit insbesondere deswegen im öffentlichen Gespräch, weil er sich einen Disput mit prominenten Bloggern darüber geleistet hat, ob Bild.de noicht eigentlich ein Piratensender sei. Schließllich würde hier ohne Rundfunklizenz ausführlichst Videomaterial versendet (zum Beispiel der sehr TV-ähnliche Kate&Harrry-Hochzeitsmarathon). (Link zum Hintergrund des Streits hier).

Der „Piratensender“-Sprecher als Juryvorsitzender des Deutschen Fernsehpreises. Vielleicht hat man da eben keinen Bock abgeschossen, sondern tatsächlich jemanden „eingebunden in die Kabinettsdisziplin“…?

Verliehen wird der Preis dieses Jahr am 2. Oktober 2011 in Köln,