David Assmann hat im Tagesspiegel einen bemerkenswerten Text zur Arbeitssituation von Deutschen in Hollywoodproduktionen auf deutschem Boden verfasst, ein knackiger Kernsatz: „Die meisten hiesigen Filmschaffenden, die an internationalen Projekten beteiligt sind, arbeiten oft überqualifiziert und unterbezahlt in subalternen Assistenz- und Fahrerjobs. Hinter vorgehaltener Hand ist in der Branche von „white Mexicans“ die Rede. Die Attraktivität Deutschlands für internationale Produktionen mag die funkelnde Seite der Medaille sein; die andere erfordert die Bereitschaft, sich ausbeuten zu lassen.“
Wenn auch die überwiegende Zahl von Branchenmitabeitern hinter der Kamera froh wäre, zu den Babelsberger Tarifkonditionen beschäftigt zu sein, so ist der Aspekt „Deutschland als Billiglohnland für Hollywood-Blockbuster“ hier schön herausgearbeitet. Anlass für den Text war die Wachowski-/Tykwer-Großproduktion „Wolkenatlas“, bei der die deutschen Profis nicht nur als Assistenten der besser bezahlten US-Kollegen verheizt werden sollen.

