VdA kämpft gegen Sondergagen

Kommentar:
Eine tolle Initiative des VdA – für seine Mitglieder und die vertretenen Schauspieler: Schluss mit Sondergagen unter 1000 Euro. In Verbindung mit den Tarifvereinbarungen, die der BFFS erreicht hat, ist damit den unverschämtesten Auswüchsen des Gagendumpings ein Riegel vorgeschoben! Es ist kaum zu erwarten, dass die Mitglieder des VDSA diese Initiative nicht aufgreifen. Damit müssen die Produktionen (wer auch immer für die dreistesten Gagenkürzungen verantwortlich ist) halbwegs angemessene Gagen zahlen, wenn sie ein „Aushängeschild“ oder schlichtweg die Besten für die jeweiligen Rollen besetzen wollen. So schön es wäre, wenn dadurch mehr Schauspieler Rollenangebote bekämen – zum einen sollten sich auch die nicht Agentur-gebundenen Schauspieler im allgemeinen und im eigenen Interesse an eine solche Untergrenze halten. Zum anderen ist ohnehin nicht zu erwarten, dass allzu viele Rollen auf den „freien Markt“ gelangen. Natürlich ist diese Initiative des VdA nicht nur schauspielerfreundlicher Altruismus, er sichert auch den eigenen Mitgliedern, den Agenturen ihren Anteil an einer Gage, die das Verhandeln überhaupt wert ist. Und sie erleichtert auch den Casting Direktoren die Arbeit: Sie hatten ja auch mehr und mehr damit zu kämpfen, dass sie Schauspieler für Gagen „besorgen“ sollten, die sie selbst nicht mit gutem Gewissen vertreten konnten. Und natürlich ist es mehr (aber nicht besser bezahlte) Arbeit, erfahrene Schauspieler und ihre Agenturen für einen Bruchteil ihres Wertes zur Mitwirkung zu motivieren.
„Das brauche ich gar nicht erst zu versuchen, das darf seine/Ihre Agentur nach eigenem Beschluss gar nicht akzeptieren“ ist ein einfacher Satz, der unmoralische Avancen im Keim erstickt.
Ohne die Einstiegsgage, die BFFS und ver.di durchgesetzt haben, wäre das für die unprominenten Schauspieler kontraproduktiv: Wenn von einem festen Schauspielergagentopf ein noch größerer Anteil zu „hohen“ oder „mittleren“ Gagen besetzt wird, bliebe am unteren Ende der Zahl-Skala noch weniger übrig. So aber müssen  die beauftragenden Sender und die Produzenten einen angemessenen Anteil der Gelder für die Gagen derjenigen einplanen, die ihren Produktionen zum Erfolg verhelfen sollen. Ein kleiner Schritt für den VdA, aber wenn ihm alle folgen ein großer für die Überlebensfähigkeit der Kreativen in der Branche.   Thomas Bauer

Die Mitteilung des VdA im Wortlaut:
Die Mitglieder des Verbandes der Agenturen (VdA) starten eine Initiative zur Begrenzung von Sondergagen: Ab sofort akzeptieren die im VDA organisierten Agenturen keine Sondergagen unter 1.000 Euro pro Drehtag mehr.

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