Oliver Masucci gehört zu den erfolgreichsten Schauspielern Deutschlands. 2017 wurde Oliver Masucci durch die Netflix-Serie Dark international bekannt. Für seine Darstellung von Rainer Werner Fassbinder in Enfant Terrible erhielt er große Anerkennung. 2021 wurde er für seine Rollen in Enfant Terrible und Schachnovelle mit dem Bayerischen Filmpreis sowie für Enfant Terrible mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.
Der 57-Jährige ist nicht nur national erfolgreich, sondern hat auch international an vielen Produktionen mitgewirkt. Er drehte unter anderem mit Roman Polanski, Mickey Rourke, Mads Mikkelsen oder auch Jamie Foxx. Im aktuellen Interview mit dem Playboy wird Masucci gefragt, was er von diesen Kollegen gelernt hat.
„Ich habe vor allem festgestellt, dass die großen Stars ziemlich entspannt sind. Von Mads Mikkelsen habe ich zum Beispiel viel über Lockerheit gelernt“, erzählt er. „Von Polanski habe ich gelernt, mich in der Mittagspause hinzulegen und nicht zu essen. Das ist wie einen Computer herunterzufahren – danach ist man wieder voll da. Essen dagegen macht müde, weil der Körper verdaut und dadurch dem Gehirn Energie entzieht. Von Florian Henckel von Donnersmarck habe ich gelernt, bei dem, was man tut, genau zu sein. Insgesamt nehme ich von jedem etwas mit. Das ist ein Prozess, der nie aufhört.“
Der gebürtige Stuttgarter absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule der Künste Berlin. Seine Eltern hatten ursprünglich einen anderen Lebensweg für ihn vorgesehen, denn sie betrieben mehrere Restaurants. Die Schauspiel-Pläne von Masucci waren daher ungewöhnlich. „Als ich aufgewachsen bin, war Schauspielerei Idiotie, Kunst war Quatsch, der Mensch musste arbeiten. Ich war quasi als Papas Rente geplant, indem ich sein Restaurant übernehme“, erzählt er.
„Meine Mutter hat sich immer für mich entschuldigt, wenn ich erzählt habe, ich will Schauspieler werden: ‚Ach, der spinnt, der Oli‘“, erinnert er sich an die damaligen Reaktionen. Seine Erkenntnis daraus lautet: „Man darf nicht darauf hören, was andere dir sagen, wie du bist. Entscheidend ist, was man sein will. Beim Schauspiel konnte ich das ausprobieren. Dennoch: Man stellt sich nicht auf eine Bühne, weil man gesund im Kopf ist. Da gibt es meist ein großes Defizit, einen Wunsch nach Liebe. Der Beruf ist mit einem Selbstbewusstseins-Manko verbunden, und vielleicht ist diese Unsicherheit auch ganz gut, sonst könnte man sich nicht in andere Figuren hineinversetzen.“

