Am 16. Februar standen viele Schauspielerinnen und Schauspieler nicht für Dreharbeiten zur Verfügung. Sie folgten damit einem Aufruf des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS), der diesen Tag zum Sperrtag erklärt hatte.
Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen mit der Produzentenallianz, in denen der BFFS gemeinsam mit ver.di verbindliche Regelungen gegen das zunehmende Gagendumping erreichen möchte. Statt zu drehen, trafen sich etwa 50 namhafte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Jasmin Tabatabai, Michael Mendl oderClaudia Michelsen mit Politikerinnen und Politikern des Deutschen Bundestages aus fast allen Fraktionen, um bei einem gemeinsamen Frühstück über die Anliegen der Schauspielerinnen und Schauspieler zur angemessenen Vergütung, zum Urheberrecht und zum sozialen Schutz zu sprechen.
In konstruktiver Gesprächsatmosphäre berichteten Peter Lohmeyer, Annette Frier oder Heikko Deutschmann, stellvertretend für viele andere, weniger bekannte Kolleginnen und Kollegen, über Missstände bei Kino- und Fernsehproduktionen. So werden Arbeitszeiten oft überschritten, Sozialabgaben falsch abgerechnet, gesetzeswidrig Rechteabtretungen verlangt und insbesondere unbekannte Kolleginnen und Kollegen mit Dumpinggagen abgespeist.
Die strukturelle Benachteiligung der Schauspielerinnen und Schauspieler im deutschen Sozialversicherungssystem war ein wichtiges Thema. Hier ging es vor allem um die dringend erforderliche Korrektur der gesetzlichen Regelung zum Bezug von Arbeitslosengeld I für Künstler und Kulturschaffende.

Sperrtag: BFFS-Mitglieder sprachen mit Politikern statt zu arbeiten
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