Meryl Streep und ihre Ratschläge an junge Schauspieler

Keine Schauspielerin und kein Schauspieler wurden jemals so oft für den Oscar nominiert wie Meryl Streep. 21 Oscar-Nominierungen heimste die heute 73-Jährige ein – 17 Mal als beste Hauptdarstellerin, vier Mal als beste Nebendarstellerin. Drei Mal gewann sie die begehrte Trophäe – und zwar als beste Nebendarstellerin für „Kramer gegen Kramer“ (1979) und als beste Hauptdarstellerin für „Sophies Entscheidung“ (1983) sowie „Die Eiserne Lady“ (2012). Noch heute ist sie viel beschäftigt. Zuletzt war sie unter anderem in der Netflix-Produktion „Die Geldwäscherei“ zu sehen.

Sie selber hätte nie erwartet, eine solch erfolgreiche Karriere hinzulegen. „Ich hätte mir in meinen kühnsten Träumen nie vorstellen können, dass ich erfolgreich sein würde“, sagte sie einmal. „Bei Schauspielern ist immer die Angst da, dass man nie wieder arbeiten wird. Das gehört einfach dazu. Sie haben diese Angst beim zweiten Job, dritten Job und vierten Job. Sie haben es auf der ganzen Linie“.

Streep wurde in New Jersey geboren und studierte Schauspiel in New York. In der Filmindustrie gelang ihr ein schneller Durchbruch. Im Jahr 1977 begann sie ihre Film-Karriere mit einer Nebenrolle in dem Film „Julia“, Jane Fonda übernahm damals die Hauptrolle. Daraufhin folgte die TV-Mini-Serie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“, wofür Streep einen Emmy als beste Hauptdarstellerin gewann.

„Ich hätte nie gedacht, dass mir das passieren würde“, sagt sie über ihren Erfolg. „Das kannst du auch nicht, wenn du Schauspieler bist. Ich denke, dass einige Leute das tun. Manche legen los und sagen: ‚Ich werde ein Star!‘ Und das werden sie auch. Aber auf all die Leute, die das sagen und schaffen, wette ich, kommen Hunderttausende, die das auch sagen und immer noch kämpfen. Ich weiß, dass ein Großteil meines Erfolgs mit Glück zu tun hat. Ich habe auch viel harte Arbeit hineingesteckt, also habe ich das Gefühl, dass ich mich irgendwie rechtfertigen kann. Aber ich bin auch einfach froh, dass die Dinge so passiert sind, wie sie passierten.“

Wichtig sei es für Künstler, sich immer selbst treu zu bleiben: „Am Ende geht es darum, was sich für dich richtig anfühlt. Nicht das, was deine Mutter dir gesagt hat. Nicht das, was dir irgendeine Schauspielerin gesagt hat. Nicht das, was dir sonst jemand gesagt hat, außer der leisen, leisen Stimme in dir. In dem Moment, in dem du anfängst, dich darum zu kümmern, was andere Leute denken, hörst du auf, du selbst zu sein.

Daher solle man auch nicht zu viel Wert auf Äußerlichkeiten legen. Ihr Rat an junge Schauspieler/innen lautet: „Verschwendet nicht so viel Zeit damit, Euch um Eure Haut oder Euer Gewicht zu sorgen. Entwickle lieber das weiter, was du tust.“ Über Ihre Ansicht zur Schauspielerei sagte Streep einmal: „Bei der Schauspielerei geht es nicht darum, jemand anderes zu sein. Es geht darum, die Ähnlichkeit in dem zu finden, was scheinbar anders ist, und mich dann darin zu finden.“

Dafür müsse man laut Streep vor allem eine Eigenschaft mitbringen: „Einer der wichtigsten Schlüssel zum Schauspielern ist Neugierde. Das bedeutet, dass du das Leben (der Rolle) verschlingen willst. Du bist begierig darauf, ihre Schuhe anzuziehen und ihre Kleidung zu tragen und sie zu einem Teil von dir werden zu lassen. Alle Menschen enthalten ein Geheimnis, und wenn du handelst, wirst du dieses Geheimnis ausloten, bis dir alles bekannt ist. Ich bin einfach neugierig auf Menschen. Das ist die Essenz meiner Schauspielerei. Mich interessiert, wie es wäre, du zu sein.“