Interview aus ca:st 2/2012 (für Abonnenten auch in Preview-Qualität im Downloadcenter) mit Hauptdarstellerin Veronica Ferres, Link zum Film in der Mediathek hier oder per Klick aufs Bild:
Eine moralische Frage zum Film, in dem ja auch große moralische Fragen aufgeworfen werden: Gibt es als Mensch und als Opfer nicht auch das Recht, nicht zu verzeihen?
Natürlich. Das Traurige daran ist aber, dass man sich persönlich schadet. Denn nur wer verzeihen kann, findet inneren Frieden. Wer mit einer offenen Rechnung lebt, vergiftet sich langsam aber kontinuierlich selber.
Haben Sie schon einmal so große Kraft aufwenden müssen, um Menschen zu verzeihen?
Ich gehe vom Guten im Menschen aus. Dennoch kommt es vor, dass Dinge im eigenen Umfeld passieren, die mich treffen – zum Beispiel, dass Privates an die Öffentlichkeit getragen wird. Es gibt immer wieder Menschen, die zu Dingen fähig sind, die mich vollkommen sprachlos machen.
Aber man darf sich doch von diesen Erfahrungen die Grundoffenheit trotzdem nicht kaputt machen lassen, oder?
Dieser Meinung bin ich ebenso. Vielleicht bin ich auch im positiven Sinne ganz bewusst naiv. Grundsätzlich verlasse ich mich auf meine gute Menschenkenntnis. Natürlich habe ich mir schon manches Mal aufgrund von Enttäuschungen gedacht, das nicht wieder zu machen, jemanden nicht mehr so nahe an mich heran zu lassen – aber das ist ja auch Lebensqualität, die einem dann verloren geht.
Wie gehen Sie persönlich mit Missgunst und teilweise sehr bösartiger Kritik um?

