Lesetipp: öffentliche Aufrufe zu Produktionspitches

Ist es aus Sicht der Produzenten wünschenswert, wenn öffentlich dazu aufgerufen wird, Konzepte für ein Format einzureichen? Sehr erfolgreich gelaufen war das für den MDR, der zum Thüringer Tatort ein sehr junges neues Team (Foto) gefunden hat, sowie als Zugabe eine Einmalproduktion mit Nora Tschirner und Christian Ulmen (Berichte unter anderem in ca:staktiv 2/2012 und im Online-Archiv). Für die Produzenten allerdings entstehen für solche „Pitches“ (die in der Werbebrache und der Architektur gängiges Mittel sind, neue Wege zu finden), Kosten, die ihnen nicht erstattet werden. Auch für das WDR-Nachfolgeformat zu „Die Anrheiner“ werden Vorschläge der Produzenten gewünscht, ausdrücklich nicht mit Schwerpunkt auf die grassierenden Light-Krimi-Formate. „Nebeneffekt“ einer solchen Ausschreibung: Auch bei der Besetzung schwinden die Automatismen, neue Firmen suchen und besetzen naturgemäß auch unverbandelte Schauspieler. Eigentlich – während die FFP-Media mit Regisseur Tom Bohn Überraschungen präsentierte, ist der One-Shot von Wiedemann&Berg mit Christan Ulmen und Nora Tschirner konventioneller auf komische Sicherheit besetzt als mancher konventionell entwickelte Tatort.
Eine Chance bieten öffentliche Aufrufe naturgemäß für Produzenten, die auf dem Sendeplatz oder generell bei dem Sender bislang keinen Fuß in der Tür hatten, unbequemer ist es für Firmen, die in der Vergangenheit mit fünf Zeilen „Konzept“ die Nachfolgeproduktion beim gleichen Auftraggeber sicher hatten. Doch auch wenn das im Grundsatz so stimmt, so holzschnittartig klar getrennt sind auch die Reaktionen der Firmen nicht –

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