Jasna Fritzi Bauer: Wie wird man Tatort-Kommissarin?

Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer ist seit 2021 auch Tatort-Kommissarin. Sonntag um 20.15 Uhr zeigt „Das Erste“ ihren neuen Bremer „Tatort: Wenn man nur einen retten könnte“. Im Interview verrät die 36-Jährige, wie sie bei der bekanntesten deutschen Fernsehreihe eine Hauptrolle ergatterte. 

Frau Bauer, Sie sind seit 2021 Tatort-Kommissarin. Wie haben Sie die Rolle damals ergattert?

Meine Agentin hat angerufen und gefragt, ob ich zum Tatort-Casting will. Ich musste lachen – sie meinte: als Kommissarin. Da habe ich noch mehr gelacht, weil ich damals erst 30 war – ich war ja die jüngste Tatort-Kommissarin damals. Aber warum nicht? Ich hatte dann ein Casting mit einer anderen Kollegin, das war super. Die Kollegen hat sich aber dagegen entschieden. Damals waren noch mehrere Konzepte im Umlauf, woraus dann ein Konzept gemacht wurde – mit Luise Wolfram, Dar Salim und mir. Wir drei wurden einfach zusammengestellt, hatten vorher nie zusammen gespielt, aber das hat auf Anhieb funktioniert.

Können Sie sich an Ihre damalige Casting-Szene erinnern?

Ich glaube, es war eine Auseinandersetzung zwischen zwei Kommissarinnen – aber worum es genau ging, weiß ich nicht mehr.

Fotocredit: Radio Bremen/Magdalena Stengel

Wie wird man auf die „Polizeiarbeit“ vorbereitet, ehe man als Tatort-Kommissarin anfängt? Gibt es einen Schnellkurs bei der Polizei?

Ja, wir waren für drei Tage an der Polizeischule – mit Schießtraining, Theorie, Sportprüfung, Festnahmetechniken, Häuser stürmen. Wir waren auch mit der Wasserschutzpolizei in Bremerhaven unterwegs. Außerdem spielen bei uns viele echte Polizisten mit – das ist toll, weil wir uns direkt austauschen können, was realistisch ist.

Haben Sie befürchtet, durch diese Rolle möglicherweise für andere Rollen nicht mehr infrage zu kommen, weil Sie der Öffentlichkeit als Kommissarin bekannt sind?

Nicht unbedingt. Ich könnte mir zwar schon vorstellen, dass die Leute mich damit assoziieren. Aber wenn Leute mich jetzt wirklich nur so sehen, mache ich mir eher Gedanken um deren Fantasie. Ich kann ja theoretisch alles spielen.

Am 25. Januar 2026, um 20.15 Uhr, zeigt „Das Erste“ den neuen Bremer „Tatort: Wenn man nur einen retten könnte“. Was hat Sie an dieser Geschichte gereizt?

Ich habe mich sehr gefreut, dass Catrin Striebeck dabei ist – sie spielt die Mutter der Verstorbenen, und wir waren früher zusammen am Burgtheater. Das Thema selbst fand ich auch spannend: Leistungsdruck, Prostitution Minderjähriger, diese „Loverboy“-Geschichten. Der Tatort hat ja auch einen gesellschaftlichen Auftrag – und ich finde es wichtig, wenn wir sozialkritische Themen behandeln.

In der nächsten ca:stmag ist ein ausführliches Interview mit Jasna Fritzi Bauer zu lesen. Darin verrät sie unter anderem, warum ihre Agentur einen sehr großen Einfluss auf ihre Karriere hatte