Graue Eminenz

Es gibt auch ganz honorige Männer mit grauem Bart. Aber es gibt auch jene, die mit Konzepten aus grauer Vorzeit ein grausiges Spinnennetz aufgebaut haben – mit immer gleichen Gesichtern, immer gleichen Produktionsfirmen und immer gleichen Formaten – mit Bart.

Einer dieser Herren ist jetzt in der Skandalanstalt MDR (die zum Beispiel auch die KiKa-Affäre zu verantworten hat) so nachhaltig aufgeflogen, dass die Schmier-Stoff-Zahlungen nicht mehr zu verheimlichen waren. Es zeigt ja schon eine Skurrilität, wenn ein Senderverantwortlicher der Produktionsfirma nicht etwa einen Produktionskostenvorschuss gewährt (um Pleiten wir die jüngst bekannt gewordenen Insolvenzen zu vermeiden), sondern sich Produktionskostenvorschüsse von Produktionsfirmen „leiht“… Der Verdacht, dass hier bei Zahlungen ohne konkrete Gegenleistungen einfach Korruption vorliegt ist mehr als naheliegend. Der Unterhaltungschef Udo Voht, graue Eminenz des Schlagerbusiness (der schon zu DDR-Zeiten einen „Kessel Buntes“ verantwortete) ist jetzt nach seiner Suspendierung vom MDR fristlos entlassen worden. Während man bei einer großspurigen deutschen Boulevardzeitung seit langem auf eine Enthüllungsserie über die ARD-Verfilzungen wartet (nachdem die ARD eine Gegenrecherche über die Bild gestartet hatte…), sind die regionalen „Schaumburger Nachrichten“ (Link) offensichtlich nicht nur gut informiert, sondern auch mutig genug, detailiert über den „Paten der Volksmusik“ und die Verhältnisse beim MDR zu berichten und dabei Ross und Reiter zu nennen…
Dass die Verhältnisse beim MDR schon ganz spezielle waren ist sicher, dass es nicht die einzige öffentlich-rechtliche Anstalt oder Abteilung ist, bei der Mitarbeiter ihr Amt missbrauchen und/oder bei der Vergabe von Produktionsaufträgen und Besetzungen nicht gelegentlich eine Hand die andere wäscht,

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