Casting-Meilenstein: Diese fünf Caster sind für die Oscars nominiert (und diese hat ihn errungen…)

Für die Casting-Branche ist die bevorstehende Oscar-Verleihung in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Meilenstein. Erstmals wird es einen Academy Award für das beste Casting geben. Wir verraten, wer die fünf nominierten Caster sind.

Cassandra Kulukundis accepts the Oscar® for Casting during the 98th Oscars® at the Dolby® Theatre at Ovation Hollywood on Sunday, March 15, 2026.
Foto Academy of Motion Pictures and Arts

Nina Gold – „Hamnet“

Nina Gold ist eine britische Casting-Direktorin, die unter anderem für die Besetzung von „Game of Thrones“ und die „Star Wars“-Reihe zuständig war. Ihr erster Casting-Job war die Suche nach Komparsen für ein AC/DC-Musikvideo. Nachdem Gold mehrere Jahre lang für Musikvideos und Werbespots gecastet hatte, besetzte sie 1992 einen McDonald’s-Werbespot unter der Regie von Mike Leigh. Sieben Jahre später engagierte Leigh die Casterin Gold, um mit „Topsy-Turvy“ seinen ersten großen Film zu besetzen. Damit begann auch die Filmkarriere von Gold.

Jennifer Venditti – „Marty Supreme“

Venditti begann ihre Laufbahn im Modebereich, wo sie Castings für Marken wie Versace und Yohji Yamamoto übernahm. Ihre entscheidende Chance erhielt sie, als der Fotograf Carter Smith sie bat, ein Shooting für das W Magazine zu besetzen – ein Moment, den sie selbst als eigentlichen Beginn ihrer Casting-Karriere beschreibt. 1998 gründete sie in New York City ihre eigene Agentur JV8INC. Hollywood-Star Ryan Gosling engagierte sie für sein Regiedebüt „Lost River“ und lobte ihre besondere Fähigkeit, Menschen mit ausgeprägter innerer Haltung und starkem Charakter zu finden.

Cassandra Kulukundis – „One Battle After Another“ (Update: Die erste Gewinnerin eines Academy-Awards in der Kategorie Casting)

Kulukundis begann ihre Karriere als Praktikantin beim Debütfilm „Hard Eight“ (1996) von Regisseur Paul Thomas Anderson. Diese Zusammenarbeit verhalf ihr in die Branche. Im Jahre 1999 war sie für das Casting von „Magnolia“ (1999) zuständig, in dem Tom Cruise eine der Hauptrollen spielte. Auch der Oscar nominierte Film „One Battle After Another“ wurde von Anderson realisiert. Kulukundis hat eine besondere Arbeitsweise, denn sie lässt Schauspielern gerne die Wahl, ob sie ein eCasting oder ein Live-Casting bevorzugen.

Gabriel Domingues – „The Secret Agent“

Gabriel Domingues ist ein brasilianischer Casting-Direktor. Für den Film „The Secret Agent“ waren 65 Rollen zu besetzen. Wie es in der Branche üblich ist, ließ Domingues zunächst Schauspieler ein Self-Tape einreichen. Je nachdem, wo sich die ausgewählten Schauspieler befanden, folgte danach ein Live-Casting oder ein Zoom-Casting. Er begrüßt die Entwicklung in der Branche. „Vor zehn Jahren musste ich irgendwohin fliegen, um die Leute zu treffen. Jetzt ist es einfacher, weil jeder ein Handy hat. Die Casting-Direktoren, die Schauspieler und die Regisseure haben gelernt, was ein gutes Selftape ausmacht.“

Francine Maisler – „Sinners“

Francine Maisler ist eine amerikanische Casting-Direktorin. Sie ist seit dem Jahre 1994 in der Branche aktiv und besetzte damals den Film „Reality Bites“ von Ben Stiller. Sie gewann bereits zwei Emmys in der Kategorie „Bestes Casting“. 2021 wurde sie vom Magazin „Hollywood Reporter“ zum Casting Director of the Year ernannt.

Hinweis: In der nächsten Ausgabe vom ca:stmag gibt es ein großes England-Spezial. Darin erklären wir unter anderem, wie man in England an Castings gelangt, welche Schauspieler-Plattformen relevant sind und welche Rolle die Gewerkschaft spielt. Zudem wird es eine Kontaktliste sämtlicher Casting-Direktoren Englands im Heft geben.