Berlinale 2020 – Welche Reihen bleiben, was dazukommt und sich verändert

Carlo Chatrian, der künstlerische Direktor und Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin der Berlinale haben erste programmliche Neuerungen für die Berlinale 2020, die erste unter ihrer gemeinsamen Leitung nach der langen Ära Kosslick, bekannt gegeben. „Native“ und „Kulinarisches Kino“ verschwinden, aber es gibt einen zusätzlichen Wettbwewerb

Carlo Chatrian, der künstlerische Direktor und Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin der Berlinale haben erste programmliche Neuerungen für die Berlinale 2020, die erste unter ihrer gemeinsamen Leitung nach der langen Ära Kosslick, bekannt gegeben. „Native“ und „Kulinarisches Kino“ verschwinden, aber es gibt einen zusätzlichen Wettbwewerb

Foto: Jens Kalaene, rnz

Mit der Sektion Encounters wird es, neben der Sektion Wettbewerb und Berlinale Shorts, auf der Berlinale 2020 eine weitere kompetitive Sektion geben.
Encounters fördert ästhetische und formal ungewöhnliche Werke von unabhängigen FilmemacherInnen. 
„Carlos Idee einer neuen Wettbewerbssektion hat mich sofort überzeugt. Encounters wird den Wettbewerb und das weitere Spektrum der Sektionen ideal ergänzen“, sagt Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. „Das 21. Jahrhundert mit seinen technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen hat die Filmproduktion in vielerlei Hinsicht verändert und die Grenzen zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, Filmessay und Genre, weniger starr und durchlässiger gemacht. Da die Berlinale den Anspruch hat, den Markt weiterzuentwickeln und neue Visionen des Kinos zu entdecken, haben wir uns entschieden, eine kompetitive Sektion zu schaffen, die es – zusammen mit dem internationalen Wettbewerb – ermöglicht, dieser sich verändernden Welt voll gerecht zu werden“, kommentiert der künstlerische Direktor Carlo Chatrian. 

Um die Fühler weiter auszustrecken gibt es neue Auslandsdelegierte und BeraterInnen.

Das von Carlo Chatrian berufene neue Auswahlkomitee wird für Europa und weitere Länder das Film-Scouting übernehmen. Zusätzlich für weitere Regionen zuständig sein werden Jacob Wong (VR China, Taiwan und Hongkong), Ryan Werner (USA), Paz Lázaro (Lateinamerika), Eduardo Valente (Brasilien), Meenakshi Shedde (Indien und Südasien), Maryanne Redpath (Australien und Neuseeland) und Dorothee Wenner (Subsahara-Afrika). 

Die BeraterInnen Norman Wang, Luciano Monteagudo, Dennis Lim und die ehemalige langjährige EFM-Direktorin Beki Probst werden die Berlinale über die Kultur- und Filmszene informieren und Verbindungen zu Filmemacher*innen und zur Filmindustrie pflegen. Ergänzt wird der Berater*innenkreis durch Jason Ryle, der in den vergangenen acht Jahren und somit seit der Gründung die Berlinale-Sonderreihe NATIVe – A Journey into Indigenous Cinema beraten hat.

NATIVe wird als Sonderreihe nicht fortgeführt, die aufgebauten Kontakte zu indigenen Filmemacher*innen sollen jedoch weiter gepflegt werden, um indigenes Filmschaffen in den bestehenden Sektionen zu präsentieren.

Auch die Sonderreihe Kulinarisches Kino wird es 2020 nicht mehr geben. Filme zu Genuss, Ökologie, Lebensmittelproduktion und Agrarwirtschaft werden künftig ebenfalls im kuratorischen Prozess der Sektionen berücksichtigt.
 
Weitere programmliche Neuerungen werden bis zum Sommer 2019 entschieden.