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Der böse Onkel Odermatt? Das Filmfestival in Hof und der Schauspieler-Protest

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Damit rechnen „Filmemacher“ offenbar gar nicht mehr – und Festivalleiter ahnen nicht, womit sie rechnen müssen, wenn Sie einen Low-Budget-Film einladen: Am heutigen Nachmittag, Mittwoch, 26.10.2011 um 17 Uhr soll ein Film auf dem renommierten Filmfestival in Hof (45. Internationale Hofer Filmtage 2011) gefeiert werden, dessen Mitwirkenden das Feiern vergangen ist („der böse Onkel“ von Urs Odermatt). Sie hatten den seltenen Mut, im Internet öffentlich anzuklagen, dass sie bis heute auf gültige Arbeitsverträge warten (ohnehin zum Nulltarif), dass ihre Bildrechte mithin der Produktion nicht vorliegen. Sie verzichten offenbar (oder anscheinend?) aus naheliegenden finanziellen Gründen darauf eine einstweilige Verfügung zu beantragen – im Gegenteil, betonen sie, dass es ihnen nicht um eine Arbeit gegen das Werk an sich geht, nicht einmal gegen seine Aufführung. Sie nutzen lediglich die Öffentlichkeit des Festivals (zu dem sie nicht eingeladen wurden), um offen auf dem Missstand hinzuweisen, dass grundegende Regeln des Anstands (aber auch des Rechts) verletzt worden seien.
Die Redaktion ca:st hat sich umgehend an das Festival und die Produktionsfirma gewandt, um ein Statement zu den Vorgängen zu erhalten. Sind die Anschuldigungen etwa gelogen? Wird der Film etwa trotzdem gezeigt werden?

Die sehr fixe Presseagentur des Festivals antwortete umgehend und bezweifelte, dass der langjährige Festivalleiter Heinz Badewitz von den Vorwürfen überhaupt wisse, schloss aus, dass er kurz nach der gestrigen Festivaleröffnung Zeit habe, um sich um eine Statement dazu zu kümmern. Was den Regisseur und seine Produktion angeht, verwies die Festivalpresseabteilung an die Produktionsfirma Nordwestfilm AG (vom Regisseur selbst gegründet). Diese stellt sich auf mehrfache Anfragen der Redaktion taub oder dumm und bestätigt damit passiv, was die anklagenden Schauspieler behaupten – dass es keine Arbeitsverträge gebe (und damit auch keine Rechtelage, die eine Verwertung des Films regelt). Sollte noch eine Reaktion folgen (bis eine Stunde vor Screening ist nichts eingegangen), so wird diese an dieser Stelle umgehend nachgetragen. Auch von Seiten des Festivals folgte keine weitere Stellungnahme, nachdem nun nachweislich die Information über die Vorwürfe vorliegt.
Offen bleibt natürlich die Frage, ob sich der Protest der Schauspieler und der Teammitglieder auf die virtuelle Stellungnahme beschränkt oder ob sie mit eventuellen Sympathisanten das Festival nutzen werden, um gegen die grassierenden „Low-Budget“-Sitten hinzuweisen. Der BFFS jedenfalls ist ebenfalls informiert.

Wow, Respekt – diese KollegInnen haben den Mut, Position zu beziehen zum Thema „Selbstbedienungsladen Schauspieler“: Lesetipp zur Teilnahme eines Films von Urs Odermatt am Festival in Hof, für den die Schauspieler nach eigener Aussage noch nicht einmal Rückstellungsverträge erhalten haben, zum Text hier (Link).

Und ein (nicht wegen der für Nichtschweizer böserweise gerne belächtelten Sprache!) amüsanter Nachtrag aus der lokalen Berichterstattung zu 13 statt 1000 nacken Frauen beim Dreh…(Link)

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IDS hat Beschwerde gegen GVL-Artsys eingelegt

Eine interessante Wendung zeichnet sich bei der Einführung des elektronischen Erfassungssystems der GVL, Artsys, ab. Wie in ca:st/ca:staktiv ausführlich dokumentiert und dargestellt, hat die Anpassung an internationale Standards erhebliche Änderungen in der Erfassung und Bewertung der Leistungen von Schauspielern und Synchronsprechern erfordert. Damit verbunden ist die Umstellung vom papierbasierten Erfassen von Vertragsunterlagen und Honraren auf die elektronsiche Verknüpfung der individuellen Leistungen mit voreingestellten Werken im System „Artsys“. Dagegen hat der „Altverband“ der Schauspieler, der IDS (Link zur Homepage) Beschwerde beim Patent- und Markenamt eingelegt und einen positiven Zwischenbescheid erhalten, der allerdings niemanden davon abhalten sollte, seine Leistungen für 2010 nach dem bestehenden System zu melden.

Irina Wanka, stellvertretende Vorsitzende des IDS Interessenverband Deutscher Schauspieler erklärt dazu:

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Auf einen Blick… die beliebtesten Schauspielerinnen

Männer lieben Vroni Ferres, Frauen  Maria Furtwängler, und Iris Berben lieben alle… behauptet die investigative Fachzeitschrift „auf einen blick“. Eine Emnid-Umfrage unter gut 1000 befragten Fernsehzuschauern habe ergeben, dass insgesamt Maria Furtwängler Deutschlands beliebteste Schauspielerin ist. Erst auf Platz 10 taucht eine Schauspielerin auf, die wie eine Nina Hoss, Julia Jentsch, Hannah Herzsprung oder Katharina Schüttler (herzlichen Glückwunsch zum heutigen Geburtstag ;-) ) auch abseits des Mainstreams zu sehen ist. Die zum Halbweib erschlankte dauerpräsente Christine Neubauer hat die Medaillienränge verpasst…
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Reality Bites

Zur großen Reportage in ca:st 2/2011:
Mystery XL… der von Emrah Ertem besetzte, unabhängig von Tom Bohn produzierte Mystery-Thriller „Reality XL“ wird Stück für Stück sichtbar… Die erste große Kinokette ist schon für den Verleih gesichert, nun gibt es auch den ersten Trailer zu sehen.
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Die Tagebuch-Klinik wird geschlossen

Doctor's Diary, grimmegekrönter, eigenständig humorvoller (statt dämlicher) Comedy-Fremdkörper im RTL-Erfolgsprogramm stirbt an Mangelernährung. Laut Kress.de sei man in zahlreichen Gesprächen zu dem Ergebnis gekommen, dass man das nach der dritten Staffel das Team aufgrund anderer Verpflichtungen nicht mehr zusammen bekomme. Florian David Fitz ist seit „Vincent“ ja auch auf allen Kanälen gefragt und offenbar als Objekt der Begierde nicht ersetzbar, da schließt man gleich die Klinik…
„Wir bedauern diesen Umstand sehr und hätten gerne noch eine weitere Staffel beauftragt“, lässt die RTL-Bereichsleiterin Barbara Thielen erklären. Glück gehabt, möchte man unken. Zwar hat die Serie einen Martanteil von durchschnittlich 19,5 Prozent eingefahren, aber „Gretchen (Diana Amft) sucht Arzt“ ist dann doch etwas aufwändiger zu produzieren als zum Beispiel das grauenvolle bäuerliche Kuriositäten-Jahrmarktskabinett…