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Daniel Kehlmanns Salzburger Rede

Zur Zeit in aller Munde, die provokante, in Salzburg gehaltene Eröffnungsrede „Die Lichtprobe“ von Daniel Kehlmann (34) über seinen Vater, den Regisseur Michael Kehlmann - und den Zustand des Regietheaters.

Im kompletten Wortlauf für eingeloggte Abonnenten unten, ein Auszug vorab, der die Brisanz deutlich macht: „Wer gegen das sogenannte Regietheater ist, muss beileibe nicht konservativ sein, aber gerade mancher tiefkonservative Mensch hält die teuren und konventionellen Spektakel des Regietheaters für unangreifbar. Ein teuflischer Kreis: Wo Regisseure die Stars sind, dort halten sich die Autoren zurück. Wo sich die Autoren zurückhalten, beanspruchen die Regisseure wiederum den Status eines Stars … unterdessen bleibt der Großteil der interessierten Menschen, die einstmals Publikum gewesen wären, daheim, liest Romane, geht ins Kino, kauft DVD-Boxen mit den intelligentesten amerikanischen Serien und nimmt Theater nur noch als fernen Lärm wahr, als Anlass für wirre Artikel im Feuilleton, als Privatvergnügen einer kleinen Gruppe folgsamer Pilger, ohne Relevanz für Leben, Gesellschaft und Gegenwart…“